Über 60 Turnhallen sind allein in Berlin derzeit nicht benutzbar. Warum? Weil eine Horde von Barbaren uns heimgesucht hat, die unser Sozialsystem aussaugen und uns gezielt islamistisch unterwandern will. (Ironie off) Und: Weil es wohl schlicht eine der einfachsten Möglichkeiten für den Senat ist, eine große Zahl von Flüchtlingen schnell unterzubringen. Erst ab Sommer dieses Jahres sollen die Hallen wieder frei sein…wer’s glaubt.

Auch ich habe mich geärgert, als Ende letzten Jahres die Nachricht kam: Leider steht auch ihre Sporthalle nicht mehr zur Verfügung. Just ein paar Monate zuvor hatte ich mich durchgerungen, mich als „Externer“ zum Hochschulsport anzumelden. Wenigstens einmal pro Woche wollte ich mit etwas Fußballspielen etwas Gutes für meine Gesundheit tun. Die Frustration bei Vereinen nimmt verständlicherweise zu. Auch an anderen Orten spitzt sich die Lage zu.

Ist das Jammern über die Schließung einer Sporthalle ein Luxusproblem? Ich denke: Ja und Nein! Zunächst einmal muss man augenscheinlich feststellen, welche menschlichen Bedürfnisse hier sich gegenüber stehen: Da ist zum einen der Wunsch des Flüchtlings, ein Obdach zu haben. Sicherlich würde er es auch bevorzugen, etwas mehr Privatssphäre zu haben. Das Zusammentreffen von verschiedenen Kulturen und Religionen macht die Sache zudem nicht einfacher. Dennoch ist meine Hoffnung, dass die zwischenzeitliche Unterbringung in einer Massenunterkunft besser ist, als in einem zerbombten Haus in Aleppo zu leben – mit der täglichen Sorge ums nackte Überleben. Ein „Dach über dem Kopf zu haben“ ist eines der Grundbedürfnisse des Menschen. Dagegen ist der Wunsch, einer regelmäßigen sportlichen Betätigung nachzugehen – am besten in einem Teamsport – eher ein nettes „Add-On“, was das eigene Leben aufwertet. Vor diesem Hintergrund mag das Klagen über gesperrte Turnhallen ein Luxusproblem sein.

Gleichwohl muss man konstatieren: Wenns drauf ankommt, ist jeder sich selbst der Nächste. Und wenn ich den Eindruck bekomme, dass a) die Politik es nicht auf die Reihe bekommt, Alternativ-Unterkünfte zu schaffen und b) der Schutzsuchende durch seine Beanspruchung „meines Territoriums“ zum Konkurrenten wird, ist das keine gute Basis für eine gelingende Integration unserer Gäste auf Zeit. Daher darf die Politik das Problem nicht als Luxusproblem herunterreden. Gleichwohl muss sich aber auch jeder fragen: Welchen konstruktiven Beitrag kann ich leisten? Ich kenne Familien, die Flüchtlinge bei sich aufgenommen haben; eine Bekannte versucht ein System zur privaten Unterbringung von Flüchtlingen zu entwickeln – was viel Zeit und Nerven kostet; ich selbst versuche Initiativen zu unterstützen, die Lösungen anbieten (z. B. das SHAREHAUS).

Ohne eigene Opfer werden wir diese Herausforderung nicht bewältigen. Aber verglichen mit den Opfern, die Flüchtlinge gebracht haben, ist das doch nur ein „Klacks“. Stehen wir zusammen für das ein, was uns ausmacht: Eine Gemeinschaft, die sich solidarisch denen gegenüber verhält, die Hilfe brauchen.

(Foto oben: Maik Schwertle/pixelio.de)

 

 

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